Kommt es zum Eigenbau weil ein fertiger Projektor zu teuer ist sollte man vorab einmal in sich
und sich über folgende Punkte im klaren sein:

Wir arbeiten mit 230V AC Netzspannung, diese ist Lebensgefährlich . Es kann zu
Herzkammerflimmern und zum Herzstillstand kommen. Verbrennungen sind das kleinste Übel.

Grundkenntnisse in Elektronik sind Vorraussetzung genau wie ESD-gerechtes Arbeiten.
Schnell sind Bauteile und Komponenten für viele Euro durch Unwissen oder Unachtsamkeit “gestorben”.

Nicht mir aller Gewalt sparen wollen....
Die Erfahrung zeigt das es sich lohnt klein anzufangen und auf neue Komponenten lieber etwas länger zu sparen.
In den folgenden Erklärungen sei mir etwas Sarkasmus zugestanden , Theorie ist eh schon
trocken genug...
Wenn es denn so sein soll dann müssen Komponenten her. Ich spreche hier nicht mehr
von Lissajousgeneratoren oder anderem “Spielzeug”,
Ziel sollte in meinen Augen immer ein Pc-gesteuerter Lasersprojektor werden.

Basis von allem ist eine stabile Grundplatte die in einem stabilen Metallgehäuse verstaut wird.
Aluplatten mit 8-12mm Stärke eignen sich sehr gut.
Zur Grösse: So gross wie nötig und so klein wie möglich. Aktuelle RGB Systeme finden auf
19” Breite ( ca 44cm) , 30cm Tiefe und 15cm Höhe gut Platz.

Grundsätzlich reden wir erstmal von 3 Komponenten:

- dem Controller der die Daten einer Lasershowsoftware aufarbeitet und als ILDA Signal an den Projektor
überträgt ( ILDA = 25pol. Sub-D Steckverbindung mit genormter Belegung für Scanner und Lasersteuerung )

- dem Scanner, also der X/Y Ablenkeinheit die es in verschiedenen Preisklassen gibt

- dem / der Laser. Zum Anfang gern grüne DPSS da günstig und vom empfinden her sehr hell.

Damit und mit etwas “Kleinkram” bekommt an schon ein erstes Ergebnis, ist aber auch um
gut und gerne 800 Euro ärmer wenn man nicht die Gebrauchtteileliste von Auktionshäusern
abgegrast hat.

Klar..eine Menge Geld, aber:
In “Laserfreak-Kreisen” sind gern mal 250 Euro alleine für ein Gehäuse weg...
Zu unserem ersten Start fehlen zum “schön machen” noch Kleinigkeiten wie Netzfilter, Schalter ,
Eingangsadapter zur Signalaufbereitung, eine Saftey die im Fehlerfall den Laser abschaltet und
plötzlich wächst die Lust auf zweite und dritte Farbe zum RGB System...schon sind >2000 Euro
irgendwie weg.

Beispiel mit circa - Preisen
- Easylase II USB 299,-
- Scanner Litrack 399,-
- DPSS 150mW grün 299,-
- 19” Gehäuse vom Elektronikversender 100,-
- Aluplatte 30,-
- Scannersafety 80,-
- “Kleinkram” wie Schrauben, Litze, Buchsen und Schalter 60,-
Summe : >1200 Euro

Dazu dann noch 400,- für Rot und 800,- für Blau...ein paar Spiegelhalter, Dicros, .professionelle Software
statt Freeware.....

Das oft gelesene “Ich will eine Laseranlage, bin aber Schüler und habe nur 350 Euro” endgültig zu
beantworten ist schwer...gut, man kann Kompromisse machen, hat vieleicht Glück und bekommt preiswerte
oder gebrauchte Komponenten aber das Ergebnis wird immer ein anderes sein. Oft kann man auf Freaktreffen
zu deren Besuch ich allen Anfängern rate sehen das Hobby-Laseristen Anlagen selber bauen die gut und gern
mit fertig gekauften Systemen mithalten können, in der Regel sind sie sogar besser und/oder billiger gewesen.

An das Wort “Lehrgeld” sollte man sich aber auch gewöhnen :-)

..die oberen Zeilen sind Stand heute ( 11.1.2010 ) rund 2 Jahre alt. Der Inhalt passt heute immer noch.
Aus "aktuellem Anlass" aber mal das Update um dem Vorzubeugen wenn "..mann nicht hören konnte".

Bis heute ist der der Glaube nicht ausgestorben das es in Autionshäusern oder Versendern u.a. aus Übersee
ja Scanner gibt die doppelt so schnell sind wie hier übliche ( 50K wird oft gelesen ) aber nur die Häfte oder weniger
kosten. Wie schon an anderer Stelle geschrieben: Die Angabe 50K ohne Bezug auf die Meßmethode sagt leider
überhaupt nichts aus !! Die Praxis zeigt das der Wert nach ILDA Testbild bei 8 Grad der im Professionellem Bereich
weltweit Standart ist oft weniger als die Häfte beträgt. Über Linearität wurde dabei noch nicht mal gesprochen !!
Also nicht von übertriebenen Angaben blenden lassen !!

Laser:

Bei grünen DPSS Lasern ist analoge Modulation und TEC Kühlung einfach Pflicht. Alles andere läuft unter
"Spielzeug.." Wer möchte sich mit billigen TTL Lasern den Weg zu Mischfarben versperren ??

Umbau TTL -> analoge Modulation mit Nachbau-Treibern um ein paar Euro zu sparen:
Kann klappen, meistens aber nicht wirklich...Ist der Laser nicht temperaturstabilisiert bricht der Laser
Leistungsmäßig um bis zu 50% ein oder man sieht Helligkeitsunterschiede an Linienanfängen. Meistens reden wir
nacher über viel Aufwand für nichts...

Blau, Blau oder Blau ??
Was ist Blau ? 473er DPSS ( Standart ), 457er DPSS ( schöne Mischfarben aber teuer ), 445er Diode
( fast nur in Profiprojektoren, 500mW >2500 Euro ) oder die "405nm BlueRay Lüge" ??

Meine Abneigung richtet sich hauptsächlich gegen letztere. 100 oder 200mW BlueRay sehen auf weissem
Untergrund im Grafikbetrieb mit ca. 30mW grün und 200mW rot 658nm "nett" aus, im Beamshowbetrieb ist
die "Farbe" allerdings so gut wie unsichtbar. Da helfen weder Polwürfel noch Spiegelschnitt noch der Irrglaube
das man mit zumischen von grün so etwas ähnliches wie Blau raus bekommt. Es wird türkis...klassisches
"königsblau" a la DPSS ist nicht drin...

Rote Eigenbauten: Sind billiger als Fertigmodule..klar. Das Treiberproblem stellt sich nicht und die Dioden
kosten so gut wie nichts. 658nm 200mW..man liesst es immer wieder. Tatsache: Es gibt keine rote 200mW
Diode in dem Bereich mit anständigen Emitterdaten. Opnext und Mitsubishi fertigen nur 130mW Versionen
die teilweise maßlos überfahren werden um die "Wunschleistung" zu erreichen. Folge: Die Dinger sterben und
die Ausrede ist dann Zerstörung durch ESD. Die meisten Hersteller haben gelernt und die weiter mit 200mW
angegebenen Dioden laufen mit 160-180mW was meistens noch geht. Doch woher die Preisunterschiede ??
Rote Diodenmodule gibts ab 30 Euros in China.>=.5mm Beam der nicht auf die Scannerspiegel passt weil
eine "richtige" Kollimatorlinse mit sehr kurzer Brennweite teurer ist als das komplette Modul aus dem Lande
des umfalleden Reissackes. Von Einschaltverzögerung, TEC Kühlung und Co noch gar nicht gesprochen.
Die im gehobenem Selbstbau verwendete Kollimatorlinse ist die Lens27 von Roither aus Österreich.
Kostet rund 28 Euro + 20% MwSt und Versand. Strahl: Angenehm klein mit guter Divergenz, geeignet für
Spiegelschnitt oder Polwürfelaufbauten. Dazu dann noch Diode, Aufnahmehülse und Treiber.
Wieviel Leistung muss es sein ? Für 150mW grün die 4-fache Menge an 658er Rot. Also run 600mW =
Spiegelschnittaufbau aus 4 Dioden samt Polwürfel. Schon mechanisch sehr anspruchsvoll..

Aber was solls nun werden ??

Ein paar Vorschläge meinerseits:

Billigst:
Scanner a la K12n oder K25 für 150,- / 200,-
Grüner analoger Ebaylaser 150-250 Euro
Roter 200mW Eigenbau mit "Chinarot" + analogem Treiber 60,-
Steuerung über Easylase-Karte samt HE-Laserscan in der Free-Version 300 Euro
Netzteile, Dicros, Kleinkram mind. 70 Euro

Ergebnis : Ein LowCost RGY System mit etwas ähnlichem wie Grafikfähigkeit.
Optional: 405nm Blau als "Farberweiterung" RGB Laser darf man es aber auf keinen Fall nennen...


Besser:
Scanner Litrack 399,-
Grüner analoger mit TEC 299,-
Roter 160mW 642nm 399,-
Ausgabe über universelle Easylase II und Free-Version 300,-
Netzteile, Dicros, Spiegelhalter und Kleinkram: um 150 Euro

Ergebnis: Ein RGY System mit sauberen Kanten, linearer Ausgabe und der Fähigkeit einfache Grafiken und
kurzen Text auszugeben

Erweiterung: 445nm Diodenblau  für ein echtes Weisslichtsystem.


Gut:
Scanner Raytrack 35+
Grün 150-300mW
Rot : 642nm >300mW
Blau: 445nm Diodenblau mit Strahlformung
Ausgabe z.b. über Easylase II und Dynamics

Ergebnis: Man kann es wirklich Grafikfähig nennen !! Leistung und Farbbalace über einen ordentlichen
Bereich, auch für kleinere Clubs OK.

Erweiterung: Mehr grün, mehr Rot , Diodenblau.

Preise: Denkt man besser nicht mehr drüber nach wenns "nur" ein Hobby ist.

Professionell:

Schwer zu definieren. Hier rede ich mal nicht mehr grossartig über Geld...
Aber auch noch nicht von Outdooreinsatz...

Scanner: CT6215 HP.. Mit richtig guten Treibern um 2500 Euro. Für Beamshows und
normale Grafiken alternativ Raytrack 35+
Grün: mindestens 500mW , eher 1W , 800-2000 Euro
Rot: fast die selbe Menge wie grün als 642nm, 1000 / 2000 Euro
Blau: Diodenblau 445nm mit mindestens 500mW , ca. 450 Euro

Ausgabe: Dynamics als Netzwerklösung , ab ca. 1000 Euro


Erweiterung: Leistungssteigerung, sinnvoll aber in meinen Augen nur mit Faktor 4 . .

Outdoor:

Da hört der Spass auf dann völlig auf. Ohne annähernd professionellem Hintergrundwissen sollte man von der
dafür erforderlichen Leistungsklasse einfach die Finger lassen.
Wir reden von mindestens 3-5W grün im Gegenwert eines Neuwagens, nach oben keine Grenzen.
RGB Systeme mit gern mal 20-25W im 6-stelligem Preisbereich...

Der Eigenbau